Grenzdebil durch die Börde

… beim RuWel 10

Es war mal wieder soweit. Frank Pachura hatte ganz kurzfristig vor dem Wochenende zum RuWel (Rund-um-Welver)-Marathon eingeladen, dem 10. dieser inoffiziellen Gruppenlaufserie auf der fest ausgeschilderten Marathon-Strecke durch 20 Dörfer der Soester Börde. Nachdem wir uns bereits am Samstag beim Lauftreff am See über verschneite Straßen zum Baldeneysee zu einem wunderschönen Trail durch die verschneiten Berge um Essen-Werden gefahren waren, hatten wir uns das für den Sonntag echt bis zum frühen Morgen offen gehalten.

Hier hatte es am Samstag Nachmittag bereits wieder getaut, Sonntag früh schienen die Straßen frei und wir fuhren los. Man muss schon etwas bekloppt sein, um 8 Tage nach einem Bahnmarathon schon den nächsten bei dem Wetterbericht in Angriff zu nehmen. Sollte es zunächst trocken, aber windig sein, wurde für den Nachmittag Schnee in Regen übergehend in Verbindung mit starken Sturmböen angesagt. Egal, es ging los. Sechs Uhr Wecker, halb sieben Frühstück, kurz nach sieben Abfahrt, Ankunf in Welver um kurz nach halb neun. Ralf, Frank und noch Daniela hatten sich versammelt. Das tat schin mal gut, dass es noch mehr bekloppte gab, alle fünf waren letzte Woche schon den Bahnmarathon gelaufen. Ein weiterer Beweis dass Laufen blöd macht, im Kreis laufen noch blöder.

In der Soester Börde lag überraschen wenig Schnee im Vergleich zu uns daheim oder am Vortag in Essen. Dafür stehen da nicht umsonst eine Menge Windräder, denn der Kurs ist recht „windanfällig“. Er ähnelt ein wenig dem legendären Bertlich, nur, dass er ein wenig welliger und halt eine große Runde anstelle von drei gefühlt genauso großen Runden in Hertens Norden ist.

Die Strecke ist sehr schön und fest ausgeschildert, alle Schilder sind gut zu sehen. Sie führt über Feldwege, durch insgesamt 20 Dörfer, wobei „Dorf“ hier teilweise eine stark beschönigenden Bezeichnung für einige wenige Häuser und Bauernhöfe ist. Die Ortskneipen haben meist geschlosssen, Tankstellen gibt es nicht, Trinkhallen erst recht nicht. So blieb nur die Selbstversorgung im Laufrucksack. Ich hatte meinen Sportdrink schon mit warmem Wasser angerührt, das hielt ganz gut, so dass der Inhalt nicht eiskalt wurde.

Wir schlufften pünktlich um 9 Uhr in der Früh los, so 4:45 – 5:30 Stunden sind zumeist angepeilt, so dass langsames Laufen angesagt war. genau das müsse wir ja wieder üben. Die Gegend der Börde ist – sagen wir mal – mäßig interessant. Einzig einzelne schöne westfälische Fachwerkhöfe oder einzelne schöne Fachwerkhäuser bieten Abwechselung. Sieht man davon ab, dass die Felderm zwischen denen wir her laufen, mit wechselnden Feldfrüchten bepflanzt werden. Wald gibt es nur im Buchenwald zu Beginn ganz kurz und am Ende zwei Mal, so dass auch im Sommer ein schöner Teint garantiert wäre. In unserem Falle fing es leider, nach kurzweiligen 32 Kilometern, wo wir dem wenigen Schnee beim fast vollständigen Abtauen zusehen konnten, doch wieder an zu schneien. Das ist dann dumm, wenn der schneidend kalte Wind von vorne bläst und einem die Focken ins Gesicht treibt.

Wird nämlich ziemlich kalt im Läuferantlitz. Aber wir konnten ja darüber philosophieren, ob wir das von Frank netterweise angebotenen Finisherbier Alkoholfrei wohl würden trinken können oder lutschen müssten.

Aber das soll sich jetzt hier nicht negativ anhören. Wir waren eine tolle Gruppe, kannten uns ja alle mehr oder weniger und hatten einiges zu berichten. Wild spekuliert werden durfte auch über den neuen BXB-Trainer, denn dort ist ein stark gelb-verseuchtes Gebiet. Na ja, die von mir vorgeschlagenen Peter Neururer oder Mehmet Scholl , vielleicht auch das Duo Zorc/Dickel wurden es ja nicht, wie ich auf der Rückfahrt im Radio vernehmen durfte. Als eine von uns Probleme bekam und ab und an Gehpausen einlegen musste, scheinbar hatte das Rundenlaufen in der Vorwoche doch an dem einen oder anderen  Fahrgestell seinen Spuren hinterlassen, machten selbstverständlich alle die notwendigen Gehpausen mit. Mir war das ganz recht, dann das wollten wir ja auch trainieren. Das ist das Schöne. Hier wurde keiner unruhig, wenn es nicht mehr so schnell vorwärts ging. Alle gingen, wenn gegangen werden musste und liefe wieder an, wenn angelaufen werden konnte. Kein Stress, keine Ungeduld. Das mag ich an diesen Leuten.

Ach ja, und dann war da noch Roland. Auch beim Bahnmarathon letzte Woche dabei und bereits früher bei den RuWels mit am Start. Er erwartete uns bei Kilometer 20 an der Strecke mit seinem mobilen VP und servierte heißen Tee, Weingummi, Kekse und Salzgebäck. Das tat extrem gut in der Kälte und motivierte für die zweite Hälfte. Hier kam Roland uns dann entgegen und hatte sein Fahrzeug dann bei Km 32 noch einmal geparkt. Herzlichen Dank für diesen netten Besuch an der Strecke.

Das Finisherbier habe dann nur ich eingefordert. Lutschen musste ich es nicht, aber es war saukalt. Der Einfachheit halber kippte ich es gleich im Kofferraum mal um, riecht morgen früh bestimmt gut im Heckbereich meines Skoda.
Alles in Allem ein tolles zweites Adventswochenende, Freitag das Gitarrenkonzert bei #laufsportbunertessen, Samstag der Snow-Trail in Werden, Sonntag der RuWel. Fast durchgängig an der frischen Luft, viel Schnee, viel Kalt. Viel Verrückt. Nur noch ein Marathon 2017. Wenn  nichts mehr dazwischen kommt.

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