42,195 km gegen den Sturm

Nach dem Sturm Sabine der letzten Woche ist für dieses Wochenende der nächste Sturm angesagt: Victoria zieht über das Land. Und wir haben vor, am Sonntag in Bertlich den Marathon zu laufen. Am Samstagnachmittag entdecken wir aber zuerst bei Facebook dann auch auf der Homepage von Bertlich, dass die ganze Veranstaltung wegen des Sturms abgesagt ist. Bei einer offiziellen Veranstaltung können wir das gut verstehen. Da ist die Gefahr einfach zu groß, dass sich jemand verletzt. Auch die VPs stehen in Bertlich immer einfach so im Gelände. Bei Sturm würden sich unsere Getränke dann wohl auf den Hertener Feldern verteilen.

Jetzt habe ich nur ein Problem. Meine TorTour-Vorbereitung muss mal so langsam in die Gänge kommen. Und eigentlich steht für dieses Wochenende ein Marathon auf unserem selbst gestalteten Trainingsplan. Also überlegen wir kurz und entscheiden dann, am Sonntagmorgen hier bei uns vor der Haustür einen ruWel zu laufen. Wir haben ja hier unsere fest ausgeschilderte Marathonroute rund um Welver. Eine kurze Info über Facebook und schon sind ein paar Mitläufer gefunden. Und so stehen wir dann am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr zu acht am Start an der Bördehalle in Welver.

Es geht ein paar hundert Meter lang durch ein kleines Waldstück und ab da dann fast nur über offene Plaine. Und direkt gegen den starken Wind. Wir laufen zum 13. Mal den Rund-um-Welver-Marathon, dazu kommen noch die offiziellen „5-am-Tag-Marathons“, die bis vor einigen Jahren immer am 3. Oktober stattfanden und die ich alle mitgelaufen bin. Die Strecke kennen wir also zur Genüge und ich denke darüber nach, dass wir auf den letzten Kilometern dann nachher voll im Gegenwind sein werden. Hier am Anfang laufen wir jetzt gegen den Wind. Das Ende wird genauso, weil wir nun mal einen großen Kreis laufen.

Für Kerstin ist das heute ihr vierter Marathon. So ein richtiges Marathontraining haben wir ja nicht absolviert, aber wir laufen ja als Gruppe und wollen uns gemeinsam über die Strecke und gegen den Wind „kämpfen“. Da bekommen wir das schon hin. Und so laufen wir Kilometer für Kilometer über das offene Gelände. Es wird wie bei einem Gruppenlauf üblich viel geredet, nur bläst der Wind zum Teil so stark in den Ohren, dass man kein Wort versteht. Trotzdem ist die Stimmung gut und wir haben Spaß beim Laufen. So muss es ein.

Alba und Roland wollen nur „halb“ laufen und Roland hat sein Auto schon vorher bei Kilometer 23 platziert. Als wir dort ankommen, freuen wir uns darüber, dass er uns mit Getränken und Süßkram versorgt. Im Kofferraum finden wir alles Mögliche zur Stärkung und zum Wiederauffüllen unserer leeren Speicher, die durch den starken Wind echt schon in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Ganz herzlichen Dank dafür, Roland. Das war wirklich sehr nett. So ist eben der ruWel. Keine Kosten. Und der ein oder andere bringt einfach mal was mit. Ansonsten versorgt sich jeder selbst und hat alles, was er braucht, „am Mann“.

Wir verabschieden uns von Alba und Roland und laufen nun zu sechst weiter. So langsam dreht sich die Strecke wieder in den Wind. Auf dem mittleren Streckenabschnitt von Kilometer 14 bis 28 schob der Wind uns ordentlich an, aber nun möchte er uns wieder bremsen. Aber auch da arbeiten wir uns mit Marion und Michael, Uwe und Günter durch. Nur ist es fast egal, ob man noch läuft oder geht. Das Tempo ist annähernd gleich.

Auf den letzten 2 Kilometern müssen wir nochmal durch ein kleines Waldstück. Hier passen wir gut auf, dass uns bei dem Sturm nichts auf den Kopf fällt. Und dann sind wir endlich wieder an der Bördehalle. Nach 4:59;35 Stunden erreichen wir gemeinsam und vor allem gesund das Ziel. Wir gratulieren uns fürs Durchhalten und genießen nun ein paar Weingummis, Lakritz und alkoholfreies Pott’s aus unserem Kofferraum.

Das war der ruWel 13. Kerstin hat ihren vierten Marathon wunderbar gemeistert und ich bin richtig stolz auf sie. Bei diesen Wind- oder besser Sturmverhältnissen zählt der heutige Lauf eigentlich schon als kleiner Ultra. Apropos Ultra… in zwei Wochen, am Samstag, 29. Februar 2020, startet um 9:00 Uhr morgens der nächste Rund-um-Welver-Marathon: der ruWel 14. Dieses Mal als Ultraausgabe. Wir wollen die Marathonroute auf 50 km erweitern. Ihr könnt also wählen, ob ihr der Beschilderung nachlauft und die Marathondistanz absolviert, oder ob ihr eine Zusatzschleife mit uns lauft und euch somit einen Rund-um-Welver-Ultra über 50 km unter die Sohlen nehmt. Wir freuen uns über Mitläufer. 🙂

Mehr zum Rund-um-Welver-Marathon findet ihr hier…

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