Welveraner Hammer 100

Das TorTour-Training läuft weiter. Viele Marathons und Ultras bis zu 58 km bin ich in den letzten Wochen gelaufen. Aber nun müssen auch noch längere Einheiten in das Training. So entsteht bei einem der letzten längeren Läufe die Idee, die festausgeschilderte Welveraner Marathonroute über 42,195 km und die ebenso fest markierte Hammer Marathonrunde miteinander zu verbinden. Ein passendes Verbindungsstück über gut 7,8 km wird dann am Rechner zusammengebastelt und ich laufe es einmal mit GPS testweise ab. Passt! 42,2 plus 42,2 plus zweimal 7,8 gleich 100 km! Der Welveraner Hammer 100 ist geboren. 🙂

Am 3. März 2018 gehen wir dann schließlich zu acht morgens um 6:00 Uhr auf die Welveraner Runde. Es ist noch dunkel und richtig kalt. -5 Grad stehen auf dem Thermometer und wer die Marathonroute rund um Welver kennt… es ist immer sehr windig auf der offenen Strecke. Es wird viel geredet, es wird langsam hell, wir fühlen uns eigentlich gut. Nur die Muskulatur will gar nicht richtig warm werden. Der kalte Wind bläst uns ins Gesicht. Und durch die Hose. Und mir schmerzen schon recht schnell meine Oberschenkel.

In Borgeln bei KM 19 ist der erste Treffpunkt mit unserem VP-Auto. Meine Töchter Lena und Marie wollen uns heute den ganzen Tag über versorgen und alle 10 km an der Strecke stehen, damit wir Energie nachtanken können. So laufen wir weiter bis zum KM 35,9. Hier drehen wir ab auf das Verbindungsstück in Richtung Hamm, wo wir irgendwo in der Nähe des Maxiparks auf die Hammer Runde treffen. Wir folgen nun den roten Markierungen, erstmal bis zum Jahn Stadion. Drei Läufer sind nun zu uns gestoßen und einer will hier aufhören. Mark läuft zum Bahnhof und fährt mit gut 50 km in den Beinen mit dem Zug zurück nach Welver.

(Fototeam-Hamm.de)

Wir laufen nun zu acht weiter den roten Markierungen hinterher. Sie führen uns in einer großen Runde um Hamm herum und schließlich kommen wir bei KM 69 an die beiden Brücken über Lippe und Kanal. Hier warten Claudia und Detlef vom Fototeam-Hamm auf uns. Sie schießen ein paar Bilder und bringen anschließend sogar noch die drei Niederrheiner wieder zurück nach Welver, die morgen früh bereits im Flieger sitzen wollen, da sie in ein Trainingslager fliegen. Auch die drei Dazustoßer verlassen uns hier wieder. Sie laufen zurück zu ihren Autos, da sie uns nur für ein paar Kilometer begleiten wollten.

Lena und Marie stehen zum x-ten Mal wieder mit dem Auto parat und versorgen uns. Mehrfach sind sie nun zwischendurch nach Hause gefahren und haben warme Getränke geholt. Ab jetzt gibt es sogar heiße Brühe, die wir vier letzten Ultramarathonis begierig verschlingen. Unglaublich, wie gut so eine Tasse heiße Brühe tun kann. Wir laufen weiter und ab jetzt stehen unsere Versorgerinnen alle 5 km an der Strecke. So haben wir in kürzeren Abständen immer ein Zwischenziel und die warmen Getränke tun einfach gut.

Wir arbeiten uns nun wieder mit eiskaltem Gegenwind über das Verbindungsstück nach Welver zurück. Es wird wieder dunkel und die Stirnlampen müssen uns auf den letzten Waldabschnitten heimleuchten. Nach einer Bruttozeit von 13:42 Stunden sind wir schließlich wieder an der Bördehalle und freuen uns über unser Finish. Ein kurzes Anstoßen mit einem alkoholfreien Pott‘s, einen herzlichen Glückwunsch an die Finisher und vor allem an Mark, der heute seinen ersten 100er gefinisht hat, und dann fahren alle schnell wieder nach Hause. Es ist einfach zu kalt.

Die 100 km waren heute echt ein Paket. Die Temperaturen waren durchweg unter null Grad, es war windig und ich bin ganz schön geschafft. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich da in zweieinhalb Monaten noch mal 130 km draufpacken soll. Aber Günter hat im Ziel das passende gesagt: „Wir haben schon jetzt die Form, 100 km zu laufen. 230 km müssen wir erst Mitte Mai laufen können. Nicht heute!“ Das stimmt. Wir werden zuversichtlich weiter trainieren. In Richtung Pfingsten.

Vielen Dank an die Welveraner Hammer 100er. An Claudia, Yvy, Thomas, Günter, Mark und Mark, Ron, Roland, Michael und Heiko. Ihr habt den Lauf zu einem Besonderen gemacht. Vielen Dank an Claudia und Detlef für tolle Fotos und den Shuttle. Und vor allem ganz lieben Dank an Lena und Marie. Ihr habt uns liebevoll über die 100 km lange Strecke gebracht. Ohne euch ginge sowas nicht. DANKE SCHÖN.

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